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Igel im Mühldorfer Landkreis

Lebensweise und Schutz des einheimischen Braunbrustigels

Liebe Igelfreunde,


die folgenden Zeilen sollen euch über das dämmerungs- und nachtaktive Wildtier „Igel“ informieren und dazu anregen, immer mehr über diese Stacheltiere zu lernen und sie vor allem intensiv zu schützen!


Das Urtier Igel geht erdgeschichtlich bis in die Kreidezeit zurück. Doch heutzutage ist es für den Igel immer schwieriger, einen geeigneten Lebensraum mit genügend Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten zu finden. Der Igel ist als reiner Insektenfresser auf Laufkäfer und Insektenlarven angewiesen. Doch das durch den Menschen verursachte Insektensterben zwingt unsere Igel immer häufiger, auf Schnecken und Regenwürmer als zusätzliche Nahrungstiere zurückzugreifen. Schnecken und Würmer fungieren aber als Zwischenwirte für die für das Stacheltier sehr gefährlichen Innenparasiten (u.a. Lungenwurm, Lungenhaarwurm, Darmhaarwurm, Darmsaugwurm, Kokzidien).


Jeder freilebende Igel ist mit Parasiten befallen. Ein leichter bis mittelgradiger Befall mit Parasiten ist bei allen Wildtieren normal. Kommt es aber aufgrund des teilweise massiven Zurückgangs der bevorzugten natürlichen Nahrungstiere zu einem hochgradigen Befall mit Außen- und Innenparasiten, verlieren die Stacheltiere stark an Gewicht. Außerdem kommt es zu Sekundärinfektionen der Lunge und des Darmes (z.B. Lungenentzündung, Magen-Darmentzündung). Ohne medikamentöse Behandlung verstirbt ein solches Tier. Traurige Gewissheit ist, dass es immer mehr solche Igel gibt, die massiv mit Innenparasiten befallen sind. Die mikroskopischen Kotuntersuchungen in den meist privat betriebenen Igelstationen geben stets Aufschluss darüber, an welchen Parasiten der jeweilige Igel erkrankt ist und welche Medikamente zu verabreichen sind.

Aber auch der zunehmende Straßenverkehr, die Wohnbebauung mit viel zu aufgeräumten, „sterilen“ Gärten und die intensive Landnutzung schränken den Lebensraum unserer Igel drastisch ein. Als sogenannter Kulturfolger ist der Igel seit einigen Jahrzehnten nahezu ausschließlich in Wohnsiedlungen und Parks anzutreffen. 
Doch man kann den Igeln helfen: Eine Futter- und Wasserstelle an einem geeigneten Platz im Garten oder eine verwilderte Ecke, Laub- und Reisig-Haufen, Blühstreifen oder Totholzecken sind nur einige Beispiele, die den Lebensraum erheblich verbessern. Als Futter ist hochwertiges Katzennass-  oder Katzentrockenfutter mit mindestens 70 % Fleischanteil oder ungewürztes, in Pflanzenöl gebratenes Hühnerrührei zu empfehlen. Bitte keine Milch (z.B. Kuhmilch) füttern, denn Igel sind laktoseintolerant. Wünschenswert wäre es auch, wenn man als Igelfinder das Tier sorgfältig begutachtet, ggf. mit Handschuhen in die Hand nimmt und prüft, ob Anzeichen für eine Krankheit bestehen. Ein gesunder Igel ist rund und zeigt typische Abwehrreaktionen (einrollen, fauchen, etc.). Dagegen erkennt man ein krankes, hilfebedürftiges Tier an einer Hungerfalte hinter dem Kopf, eingefallenen Flanken, am Körper anliegende Stacheln, Tagaktivität, ggf. Apathie, torkelnde Bewegungsabläufe und Nahrungsverweigerung. 

Wollen wir es gemeinsam anpacken mit dem Igelschutz! Ich finde, man darf es nicht zulassen, dass diese wunderbare und faszinierende Spezies immer seltener wird und in naher Zukunft gar aussterben wird!

Viele liebe Grüße,
Tobias Biebl (Igel-Berater)