Tier gefunden?

Tierhilfe und Notruf Tierbabys & Co.

Fledermaus gefunden? Igel zugelaufen? Baby-Vogel aus dem Nest gefallen?


Wenn Sie einen Jungvogel, eine verletzte Fledermaus oder einen Igel gefunden haben, ist guter Rat teuer. Auch für das Tier: Es befindet sich in einer doppelten Stresssituation. Zum einen ist es krank oder verletzt, zum anderen kommt jetzt auch noch ein Mensch und fasst es an. Dass Sie dem Tier nur helfen wollen, kann es nicht wissen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei verletzten Vögeln

Ein Vogel ist gegen eine Fensterscheibe oder ein langsam fahrendes Auto etc. geflogen?

Er liegt benommen am Boden, plustert, oder er bewegt sich apathisch und hat die Augen evtl. geschlossen?

Das können Sie tun:

  1. Einen in der Größe des Vogels angemessenen Karton mit Luftlöchern versehen. Ein Käfig, eine Katzenbox oder ein Wäschekorb sind nicht gut geeignet, hier könnten seine Flügel verletzt werden, wenn er sie ausbreitet.
  2. Dicke Lage Küchentücher in der Schachtel auslegen.
  3. Ein Handtuch (+ evt. ein Geschirrtuch) zu einer Rolle formen und daraus ein Nest bauen.
  4. Handtuchnest in den Karton legen und den Vogel darin in aufrechter Positon, Beine unter dem Bauch und seinen Kopf stützend reinsetzen. Bei recht kleinen Vögel kann man auch z. B. eine Mütze mit Küchenkrepp auskleiden und sie stabil setzen.
  5. Die geschlossene Schachtel mit dem Tier in einem warmen Zimmer (über 20 Grad) katzensicher und ruhig unterbringen. Kein Rotlicht oder eine Wärmflasche verwenden (sonst droht die Gefahr einer Hirnschwellung).
  6. Kein Wasser oder Futter anbieten. Das Einzige, dass diese Vögel jetzt brauchen, ist absolute Ruhe. Ein ständiges Nachschauen ist zu vermeiden.
  7. Nach ca. 2-3 Stunden Ruhe überprüfen, ob es dem Tier besser geht. Vorsichtig in die Schachtel sehen, ohne dass Fluchtgefahr besteht. Eine erneute Kollsion oder gar eine Fangjagd sollte unbedingt vermieden werden. Bei sehr kleinen Vögel, z. B. Zaunkönige oder Wintergoldhähnchen usw. verkürzt sich die Ruhe Dauer auf ca. 1 Std. Sie haben einen schnelleren Stoffwechsel.
  8. Sollte euch irgendetwas am Vogel komisch vorkommen, z. B. Kopf, Flügel, Füße oder Schwanz stehen schief ab, bitte umgehend den gefiederten Patienten zu einem vogelkundigen Tierarzt bringen. Am besten gleich so in dem Karton transportieren.
  9. Ist das Tier recht aktiv, munter, wach und er macht einen guten Eindruck auf euch, kann es dort freigelassen werden, wo es auch gefunden wurde. Das ist sein „Revier“ dort kennt es sich aus. Beim Freilassen einfach den Karton öffnen, in der Regel fliegen sie selbst aus. Bitte auf keinen Fall in die Luft werfen!

 

Besonderheiten:

  • Spechte benötigen aufgrund ihrer Anatomie meist eine Pflegestelle bei Kollisionen.
  • Achtung bei Kernbeißer! Der Schnabel ist nicht zu unterschätzen – sie können mit ihrer Kraft sogar Kirschkerne knacken.

 

 

Ich wünsche Euch viel Glück und Erfolg!

 

Eure Petra Berger