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Schwalben am historischen Mühldorfer Stadtplatz

Schwalben finden immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp

Schwalben finden immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp.

 

Die Ursachen für den Rückgang der Schwalbenpopulation sind zum Beispiel Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, dabei fallen die Nester regelmäßig zum Opfer oder auch die bewusste Beseitigung durch Hausbesitzer oder Mieter.

Auch Höfe und Betriebe unterliegen heute strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen werden heutzutage oft verschlossen und bieten Schwalben daher keine Einflugmöglichkeiten mehr. Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze werden immer öfter geteert und versiegelt, sodass Schwalben keine Pfützen und dadurch weniger Lehm für ihren Nestbau finden.

 

Gleichzeitig wird unsere Landwirtschaft zunehmend intensiviert. Monokulturen, der Rückgang der Weidewirtschaft und der Einsatz von Pestiziden tun ihr übriges. Dadurch werden fliegende Insekten immer weniger, welche die Nahrungsgrundlage der Schwalben bilden.


Deshalb ist es umso wichtiger, den Rauchschwalben künstliche Nisthilfen anzubieten.

"Seit 25 Jahren beobachte ich die Schwalben am Stadtplatz und freue mich jedes Jahr, wenn die Rauchschwalben im Frühjahr wieder nach Mühldorf kommen", so Heidi Liebhart (Schwalben-Beauftragte). Schwalben sind Zugvögel und verbringen knapp die Hälfte des Jahres in Mitteleuropa, abhängig von der Wetterlage. Früher hieß es „An Mariä Geburt ziehen die Schwalben furt“, denn um den 8. September liegt der Schwerpunkt des Aufbruchs nach Afrika. In Afrika, südlich der Sahara, verbringen die Schwalben die andere Hälfte des Jahres, bis zum März hinein.

 

Durch Unwissenheit oder Ärger über die Verschmutzung durch Schwalbenkot - vor allem in den Eingangsbereichen zu den Geschäften und Wohnhäusern in den Arkaden wurden die Nester regelmäßig zerstört oder entfernt.

 

Das traurige Fazit im Jahr 2013 - am Stadtplatz war nur noch ein einziges Schwalbennest übrig geblieben.


Schwalben und ihre Nester sind nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz geschützt und stehen unter Artenschutz!

Es ist nicht nur untersagt, ein solches Nest zu zerstören, auch dürfen die Eier bzw. die Küken nicht an eine andere, für den Hausbesitzer/Mieter bequemere Stelle umgesiedelt werden. Das Zerstören von Schwalbennestern stellt deshalb eine Straftat dar – während und auch außerhalb der Brutzeit.

Nachdem 2016 die LBV-Kreisgruppe im Landkreis Mühldorf wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde, konnten im Frühjahr 2016 die ersten Rauchschwalben-Nisthilfen vor dem Rathaus angebracht werden, aber erst im folgenden Jahr wurden zwei Nester von den Vögeln besetzt.

Als endlich klar war, dass die künstlichen Nisthilfen von den Schwalben angenommen werden, wurden von Heid Liebhart nach und nach immer wieder Hausbesitzer bzw. Hausverwaltungen kontaktiert, mit der Bitte, dass der LBV vor ihrem Haus eine oder zwei Nisthilfen anbringen dürfen.

 

Inzwischen – Stand Juli 2020 – gibt es 20 Nisthilfen und 15 von den Schwalben selbstgebaute Nester am Stadtplatz, davon sind 17 Nester besetzt – das ist eine sehr gute Bilanz!

 

Die Rauchschwalben stehen, wie viele weitere Vogelarten, auf der Vorwarnliste zur Roten Liste. Daher ist es wichtig, dass wir die Rauchschwalben das Anbringen von neuen Nisthilfen weiter unterstützen. Beim Anbringen von Nisthilfen ist es sehr wichtig, die Nester maximal 10 cm unter der Raumdecke aufzuhängen. Bei unseren LBV-Nisthilfen wird knapp unter dem Halbschalen-Nest immer ein Kotbrett angebracht, um die Verschmutzung auf dem Boden möglichst gering zu halten. Natürlich kann man nicht vermeiden, dass auch mal Kothäufchen auf dem Boden landen, diese lassen sich aber leicht entfernen.

Weitere Fakten über die Schwalben

Es gibt zwei Arten von Schwalben - Mehlschwalben und Rauchschwalben

 

Die Mehlschwalben haben eine weiße Kehle und bauen ihre Nester vorzugsweise in Kolonien an der Außenseite eines Hauses ganz oben unter dem Dachüberstand. Die Nester sind in etwa kugelförmig, nur ein Einflugloch bleibt offen.

 

Die Rauchschwalben haben eine rostrote Kehle und lange „Schwalbenschwänze“ – also gegabelte Schwanzfedern.

Ihre Nester sind Halbschalen und sie brauchen eine „Höhle“ oder „Halbhöhle“ als Nistplatz - Kuhstall oder Hütte mit offener Einflugmöglichkeit oder eben Arkaden bzw. überdachte Eingänge. Beim Brüten sind sie nicht so gesellig wie die Mehlschwalben. Die Nester befinden sich in mind. 1 m Abstand zueinander. Nach Rückkehr aus dem Winterquartier ab März, beziehen sie sofort wieder ihr altes Nest, sofern es noch vorhanden ist.

Selbst wenn es beschädigt ist, kostet die Ausbesserung des alten Nestes deutlich weniger Kraft und Aufwand, als sich ein neues Nest bauen zu müssen. Viele Schwalbenpaare die nach ihrer Rückkehr gleich wieder in ihr altes Nest einziehen können, brüten dann 2 bis 3 mal pro Saison. Aus den 3 – 6 Eiern schlüpfen nach

15 Tagen Brutzeit die ersten Küken. Nach 21 Tagen verlassen die jungen Schwalben das Nest und werden noch weitere zwei Wochen von den Altvögeln versorgt. Schwalben können bis zu 8 Jahre alt werden.